von: buero.lemke@gruene.de
an: Jochen Diefenthaler
Betreff: Re: Ablehnung hochfrequenzfreier Gebiete
Datum: 22.09.09 16:16 h
Sehr geehrter Herr Diefenthaler,
lieber Jochen,
in dem Antragstellertreffen zum Kapitel "Umwelt" des Bundestagswahlprogramms habe ich mich gegen die Aufnahme des zitierten Satzes ausgesprochen, da ich die Formulierung in der Tat für unverständlich halte -- und zwar für die Wählerinnen und Wähler gleichermaßen wie für die Presse. Die Formulierung, die Grünen würden dadurch in der Presse möglicherweise "durch den Kakao gezogen", habe ich nicht verwendet, denn dazu bestünde auch überhaupt kein Anlass.
Wir Grüne haben eine klare Position zum Zurückdrängen der Belastung durch Mobilfunkstrahlung, die ich auch jederzeit offensiv vor der Presse vertrete. Erst im Mai hat unsere Bundestagsfraktion einen 15-seitigen Beschluss zum Thema Mobilfunkstrahlung verabschiedet, in dem ganz klar der Schutz von elektrosensiblen Personen gefordert wird und auf die entsprechenden Positionen des Europäischen Parlaments Bezug genommen wird.
Die Argumente gegen die Aufnahme des Satzes in unser Wahlprogramm haben also überhaupt nichts damit zu tun, dass ich in irgendeiner Weise Angst vor der Presse hätte. Ich lasse mir auch weder den Status als Bürgerrechtlerin aberkennen, noch vorwerfen, ich würde das Lebensrecht von Menschen mit Füßen treten. Diese Form der Auseinandersetzung und Wortwahl finde ich gerade als ehemalige DDR-Bürgerin sehr befremdlich.
Beste Grüße,
Steffi Lemke
Anmerkung von Jochen Diefenthaler:
Ich bleibe bei meiner Darstellung, wie ich sie in dem Schreiben an Frau Lemke beschrieben habe.
Insbesondere an das Stichwort "durch den Kakao ziehen" und an die zweimalige Verwendung dieses Ausdrucks
durch Frau Lemke kann ich mich genau erinnern.